Können Maschinen denken?

Der Turingtest

Historischer Kontext

In seiner bahnbrechenden Arbeit "Computing Machinery and Intelligence" aus dem Jahre 1950 entwickelte Alan M. Turing ein Testverfahren, um der Frage nachzugehen, ob eine Maschine das Denken eines Menschen nachahmen kann. Man nennt einen solchen Test "Turingtest".

 

Der Turingtest

Turing setzte voraus, dass wenn man die Antworten eines Computers nicht von den Antworten einer Person unterscheiden kann, dieser Computer als "intelligent" zu betrachten sei. Es gibt viele verschiedene Turingtests. Zwei Varianten wollen wir hier kurz erwähnen.

Wie funktioniert ein Turingtest?

Sie sitzen in einem Zimmer und chatten per Computer mit zwei Partnern in verschiedenen Nebenzimmern. Einer der Gesprächspartner ist eine lebende Person, der andere Partner ist ein Computer. Sie haben die Aufgabe herauszufinden, welche der beiden Gesprächspartner der Computer ist und welcher der Mensch. Der Computer soll dabei so programmiert sein, dass er versucht sie davon zu überzeugen, dass er der Mensch ist. Welche Fragen stellen Sie den beiden Gesprächspartnern um Ihre Aufgabe lösen zu können.

Einige Versuche wurden schon gemacht, um dieses Experiment durchzuführen. Ein Beispiel eines solchen "Tests" finden Sie im Abschnitt ELIZA .

Schachproblem

Wir alle kennen Schachcomputer oder haben zumindest gehört, wie gut diese Schach spielen können. Lange Zeit konnten es ein Schachcomputer nicht mit einem Grossmeister oder gar dem Weltmeister aufnehmen. Im Jahre 1994 gelang es dem Computer "Deep Blue" aber als erster Schachcomputer, einen Schachweltmeister (Gary Kasparov) zu besiegen.

Es gibt aber auch Schachsituationen, die ein Computer falsch löst, ein mittelmässig begabter Schachspieler aber sofort richtig lösen kann. Auf der Graphik unten sehen Sie eine Schachsituation. Überlegen Sie sich kurz, wie sie weiterziehen würden. Weiss ist am Zug.

Wenn Sie auch nur ein wenig Schach spielen können, so würden sie irgendeinen Zug machen nur nicht die Linie der Bauern durchbrechen. Der Computer macht aber auf jeden Fall genau diesen Zug und schlägt den Turm auf C6.

Warum zieht der Computer so? Ein Schachcomputer bewertet die Stellung der beiden Parteien. Gemessen werden die vorhandenen Spielfiguren und die Stellung. Weiss ist klar unterlegen. Weiss kann seine Position leicht verbessern, wenn es Schwarz eine wichtige Figur (den Turm auf dem Feld C6) schlägt.

Dieser Zug führt aber ins Verderben. Was der Computer nicht erfassen kann, ist dass Schwarz diese Bauernlinie nicht durchbrechen kann. Die Partie würde also in einem Remis enden. Wird die Linie aber durchbrochen, unterliegt man innerhalb weniger Züge.

Nun kann man als Gegenargument bringen, dass man einem Schachcomputer leicht beibringen kann, eine solche Bauernlinie zu erkennen. Leider ist dies gar nicht so einfach. Man kann solche Linien auch mit ganz anderen Figuren aufbauen.

Das Problem liegt eben tiefer. Was unterscheidet das Denken des Menschen von der Vorausberechnung des Computers?

Argumente gegen diesen Test hat schon Alan Turing in seinem Artikel erwähnt. Mehr darüber hier.

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